top of page

Warum wir Beziehungsmuster wiederholen - und wie wir uns daraus lösen können



Beziehungsmuster aus systemischer Sicht


Viele Menschen kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich fragen:


„Warum gerate ich immer wieder in ähnliche Beziehungen?“„Warum fühlt sich Liebe oft so schwer an – obwohl ich mir doch etwas anderes wünsche?“


Vielleicht erlebst du immer wieder Nähe und Rückzug. Oder du fühlst dich verantwortlich für das Wohlergehen anderer. Vielleicht verliebst du dich in Menschen, die emotional nicht erreichbar sind, oder hast Angst, verlassen zu werden.

Diese Erfahrungen sind kein persönliches Versagen.Sie sind Ausdruck von Beziehungsmustern, die tief in unserer Lebensgeschichte verwurzelt sind.


Was Beziehungsmuster wirklich sind

Beziehungsmuster entstehen nicht erst in unseren Partnerschaften. Sie entstehen dort, wo wir Beziehung zum ersten Mal erleben: in unserer Herkunftsfamilie.

Als Kind lernen wir:

  • wie sich Nähe anfühlt

  • ob wir mit unseren Bedürfnissen willkommen sind

  • wie Konflikte ausgetragen werden

  • welche Rolle wir einnehmen müssen, um dazuzugehören


Diese frühen Erfahrungen prägen unser inneres Bild von Beziehung – oft unbewusst, aber sehr wirkungsvoll.

So entsteht eine innere Landkarte, nach der wir uns später orientieren.



Warum wir immer wieder dasselbe erleben


1. Vertrautheit fühlt sich sicher an – selbst wenn sie schmerzt

Unser Nervensystem sucht Sicherheit, nicht Glück. Und Sicherheit bedeutet für das Nervensystem: das Bekannte.

Deshalb fühlen sich selbst schmerzhafte Beziehungserfahrungen manchmal vertrauter an als etwas Neues und Gesundes.Nicht, weil wir das Leid wollen – sondern weil unser System es kennt.

2. Tiefe Loyalitäten zu unserem Familiensystem

Aus systemischer Sicht tragen wir starke innere Bindungen an unsere Familie in uns.Oft bleiben wir unbewusst loyal:

  • zu einem leidenden Elternteil

  • zu übernommenen Rollen (z. B. die Starke, der Vermittler, die Angepasste)

  • zu unausgesprochenen Regeln des Systems

Veränderung kann sich dann innerlich wie ein Verrat anfühlen.Deshalb halten viele Menschen an Mustern fest, obwohl sie ihnen schaden.

3. Die Hoffnung auf Heilung

Unbewusst suchen wir immer wieder ähnliche Situationen, weil ein Teil von uns hofft:

„Dieses Mal wird es anders. Dieses Mal bekomme ich, was mir früher gefehlt hat.“

Doch solange das alte Muster nicht bewusst wird, wiederholt sich die Geschichte.



Wie Veränderung sanft möglich wird


1. Dein Muster erkennen – ohne Selbstverurteilung

Der erste Schritt ist kein „Anders machen“, sondern Verstehen:

  • Welche Beziehungen ähneln sich in meinem Leben?

  • Welche Gefühle begleiten mich immer wieder?

  • Welche Rolle übernehme ich automatisch?

Allein dieses Erkennen schafft bereits inneren Abstand.


2. Die Geschichte hinter dem Muster würdigen

In der systemischen Arbeit schauen wir nicht nur auf das Problem, sondern auch auf seine Herkunft:

Dieses Muster hat mir einmal geholfen zu überleben, mich anzupassen oder dazuzugehören.

Wenn wir diesen Ursprung würdigen, entsteht Mitgefühl für uns selbst – und damit die Grundlage für Veränderung.


3. Neue innere Erfahrungen machen

Durch bewusste Beziehungserfahrungen und therapeutische Begleitung kann unser Nervensystem lernen:

Heute ist Beziehung sicherer als früher. Ich darf neu wählen.

So entsteht Schritt für Schritt echte innere Freiheit.



Von alten Drehbüchern zu bewusster Gestaltung

Wenn wir unsere Beziehungsmuster verstehen, verlieren sie ihre Macht über uns.Wir beginnen, Beziehungen nicht mehr aus Angst oder alten Schutzstrategien heraus zu gestalten, sondern aus innerer Klarheit und Selbstverbundenheit.

Veränderung geschieht nicht über Nacht.Aber sie ist möglich – sanft, achtsam und in deinem eigenen Tempo.


 
 
 

Kommentare


bottom of page