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Blog-Serie: Zurück zu mir - Heilung in Zeiten des Wandels

Aktualisiert: vor 4 Tagen



Teil 1 - Wenn nichts mehr passt

Es gibt Phasen im Leben, in denen wir spüren: So wie es war, geht es nicht mehr weiter. Und gleichzeitig wissen wir nicht, wie es stattdessen werden soll.

Diese Zeiten fühlen sich selten nach Wachstum an. Sie fühlen sich an wie Stillstand, wie Chaos, wie ein inneres Auseinanderfallen. Wie ein leiser – oder manchmal sehr lauter – Zerbruch.

Vielleicht erkennst du dieses Gefühl: Das Alte trägt nicht mehr, aber das Neue ist noch nicht da.


Wenn das Leben uns anhält

Oft kommen diese Phasen nicht geplant. Sie entstehen durch Krisen, Verluste, Erschöpfung, Krankheit, Trennungen, berufliche Umbrüche oder eine tiefe innere Unzufriedenheit, die wir lange übergangen haben.

Plötzlich steht man da und merkt: Ich kann nicht mehr so funktionieren wie bisher. Ich kann nicht mehr zurück in das, was einmal war.

Und genau dort beginnt etwas Entscheidendes.


Warum sich Wachstum so schmerzhaft anfühlt

Wir wachsen nicht, indem wir einfach neue Ziele setzen. Wir wachsen, indem alte Identitäten zerfallen.

Das kostet Halt. Das kostet Orientierung. Das kostet manchmal alles, was wir über uns selbst zu wissen glaubten.

Unser inneres System liebt Sicherheit. Deshalb erlebt es Veränderung oft als Gefahr – selbst dann, wenn die Veränderung heilsam ist.

Wachstum fühlt sich deshalb nicht wie Aufbruch an .Es fühlt sich an wie Verlust.


Die Trauer um das alte Selbst

In diesen Zeiten trauern wir nicht nur um äußere Dinge. Wir trauern um Versionen von uns selbst: die Starke, die alles im Griff hatte, die Funktionierende, die immer weitermachte, die, die glaubte, alles allein schaffen zu müssen.

Diese Trauer braucht Raum. Denn erst wenn wir würdigen, was wir loslassen, entsteht Platz für Neues.


Zwischenraum – der heiligste Ort der Veränderung

Es gibt einen stillen Raum zwischen dem, was nicht mehr passt, und dem, was noch nicht greifbar ist.

Diesen Raum nennen viele Menschen „Orientierungslosigkeit“. Doch in Wahrheit ist er der Geburtsort deiner nächsten inneren Wahrheit.

Hier lernst du, dich selbst neu zu spüren. Ohne Rollen. Ohne Masken. Ohne alte Erwartungen.

Es ist unbequem. Und gleichzeitig zutiefst lebendig.


Du bist nicht kaputt – du bist im Wandel

Wenn sich alles in dir anfühlt, als würde es auseinander fallen, bedeutet das nicht, dass mit dir etwas falsch ist.

Es bedeutet, dass du dich neu zusammensetzt.

Langsamer. Ehrlicher. Näher bei dir.

Und auch wenn dieser Prozess sich im Moment nicht gut anfühlt –er trägt eine leise Wahrheit in sich:

Du bist dabei, dir selbst näher zu kommen.


Teil 2: Die leisen Prägungen unserer Kindheit – wie frühe Erfahrungen unser heutiges Leben lenken


Manchmal spüren wir in uns eine tiefe Unruhe, ohne genau zu wissen, warum. Oder wir merken, dass wir immer wieder auf die gleiche Weise reagieren, obwohl wir es anders wollen. Dann lohnt es sich, einmal zurückzuschauen – nicht in Schuld oder Scham, sondern in Verständnis.

Unsere Kindheit ist wie ein unsichtbares Fundament. Die Erfahrungen, die wir dort gemacht haben – kleine Momente der Freude, aber auch Verletzungen – prägen, wie wir die Welt sehen, wie wir Beziehungen leben und wie wir uns selbst fühlen.


Alte Muster im Alltag

Vielleicht erkennst du in dir Gedanken wie:

  • „Ich muss immer stark sein.“

  • „Ich darf nicht zu viel verlangen.“

  • „Ich bin nicht genug.“

Oft stammen diese Überzeugungen nicht aus deinem heutigen Leben – sie sind Überlebensstrategien deines inneren Kindes. Sie haben dich geschützt, als du klein warst. Heute schränken sie dich manchmal ein.


Die unsichtbaren Spuren

Kinder lernen durch Beobachtung und durch die Reaktionen der Erwachsenen um sie herum. Ein abweisender Blick, ein unerfülltes Bedürfnis, eine unbewusste Erwartung – all das hinterlässt Spuren, die oft erst Jahre später spürbar werden.

Und doch tragen wir auch die leuchtenden Momente weiter: Lachen, Geborgenheit, Vertrauen, kleine Wunder. Die Mischung aus Schmerz und Freude formt unser heutiges Selbst.


Warum Bewusstsein der Schlüssel ist

Heilung beginnt, wenn wir diese Prägungen wahrnehmen – nicht um uns zu verurteilen, sondern um uns zu verstehen.

Wenn du spürst, welche alten Muster dich einschränken, öffnet sich der Raum, sie sanft zu verändern. Du kannst beginnen, die Beziehung zu deinem inneren Kind bewusst zu gestalten – so wie du es heute tun würdest, als liebevolle, erwachsene Begleiterin deines früheren Selbst.


Ein Schritt in die Selbstbeziehung

Ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt:

Stell dir vor, du gehst zu dem Kind in dir, das damals Unterstützung, Trost oder Aufmerksamkeit gebraucht hätte. Schau es an, höre zu, halte es. Du musst nichts reparieren, nichts bewerten – du darfst einfach da sein.

Dieser kleine Akt der Zuwendung wirkt tief.Langsam beginnt dein inneres Kind zu spüren:

Ich bin gesehen. Ich bin sicher. Ich bin wertvoll.


Teil 3 – Das verletzte innere Kind: Warum wir Nähe suchen und sie gleichzeitig fürchten


Manchmal spüren wir in uns eine tiefe Sehnsucht nach Nähe, Verständnis und Geborgenheit. Doch oft blockiert uns etwas, wir ziehen uns zurück, fühlen Wut oder Angst, genau dann, wenn wir eigentlich Verbindung wünschen.

Dieses Paradox entsteht durch das verletzte innere Kind in uns. Als Kind haben wir Schutzmechanismen entwickelt – um schmerzhafte Erfahrungen zu überstehen, um Ablehnung, Kritik oder Unsicherheit zu bewältigen.

Diese Mechanismen halfen uns damals, doch heute führen sie oft dazu, dass wir uns selbst oder anderen gegenüber verschließen.


Wie sich das im Alltag zeigt

Vielleicht kennst du Situationen wie:

  • Du sehnst dich nach Nähe, doch sobald jemand dir wirklich nahekommt, ziehst du dich zurück.

  • Du fühlst Wut oder Gereiztheit in scheinbar harmlosen Situationen.

  • Du spürst tiefe Selbstkritik oder das Gefühl „nicht genug zu sein“, gerade wenn du Liebe oder Anerkennung bekommst.

All das sind Signale deines inneren Kindes. Es reagiert auf alte Erfahrungen, die noch nicht vollständig verarbeitet wurden.


Die Kraft der Zuwendung

Heilung beginnt, wenn wir dieses Kind sehen, hören und halten, ohne es zu bewerten. Du kannst dir bewusst einen Moment nehmen, in dem du dich selbst fragst:

„Was brauchst du gerade? Was wollte das Kind in mir damals hören?“


Oft reichen schon kleine Gesten:

  • einen inneren Dialog führen

  • einen beruhigenden Satz sagen: „Ich bin für dich da.“

  • dich sanft umarmen oder in deinem Tagebuch schreiben, was du fühlst

Wenn das innere Kind merkt, dass es gesehen wird, entsteht Vertrauen.

Langsam lernen wir, Nähe zuzulassen und gleichzeitig sicher zu bleiben.



Impulse zum Üben


  1. Schreibe deinem inneren Kind einen Brief – ohne zu zensieren, einfach alles, was dir einfällt.

  2. Stelle dir vor, wie du deinem Kind Trost spendest – und beobachte, welche Gefühle auftauchen.

  3. Wenn du Nähe fühlst, die Angst auslöst, atme bewusst, erkenne den Impuls und sage innerlich: „Ich bin sicher.“


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Teil 4 – Die Kunst, sich selbst nicht mehr zu verlassen

Wie innere Sicherheit entsteht

Viele von uns kennen das Gefühl: Wir rennen, funktionieren, passen uns an – und merken kaum, dass wir uns selbst dabei aus den Augen verlieren. Wir achten auf die Bedürfnisse anderer, auf Pflichten, Erwartungen – und stellen unsere eigenen hinten an.

Doch wahre innere Stärke entsteht nicht, indem wir uns noch mehr anstrengen oder noch härter funktionieren.

Sie entsteht, indem wir lernen, uns selbst zur Heimat zu machen.



Warum wir uns selbst verlassen


Schon in der Kindheit lernen wir manchmal, dass unsere Bedürfnisse nicht immer willkommen sind:

  • Vielleicht wurde deine Traurigkeit abgetan: „Reiß dich zusammen.“

  • Vielleicht warst du zu laut, zu wütend, zu neugierig – und hast gelernt, dich klein zu machen.

  • Vielleicht hast du für Liebe oder Aufmerksamkeit kämpfen müssen.


All diese Erfahrungen hinterlassen Spuren. Sie können dazu führen, dass wir als Erwachsene:

  • Unsere Gefühle ignorieren

  • Selbstkritisch oder hart zu uns selbst sind

  • Schwierigkeiten haben, Grenzen zu setzen

  • Unsicher fühlen, wenn wir auf uns selbst achten



Die Entscheidung, bei sich zu bleiben


Sich selbst nicht mehr zu verlassen, beginnt mit einer bewussten Entscheidung:

„Ich bin da für mich. Ich höre mich. Ich halte mich.“


Diese Entscheidung ist keine einmalige Handlung, sondern eine tägliche Praxis.

Sie zeigt sich in kleinen Gesten:

  • Gefühle anerkennen: Statt Ärger, Trauer oder Angst wegzuschieben, nimm sie wahr.

  • Selbsttrösten: Wenn du Fehler machst oder dich überfordert fühlst, sage innerlich: „Es ist okay, ich bin bei dir.“

  • Grenzen setzen: Höre auf deine Bedürfnisse, auch wenn andere etwas anderes erwarten.


Jedes Mal, wenn du dich selbst hältst, trainierst du dein inneres Nervensystem: Es lernt, dass Sicherheit in dir selbst entsteht.



Praktische Übungen

  1. Tägliche Check-in-Routine: Jeden Morgen oder Abend ein paar Minuten innehalten: „Wie geht es mir gerade? Was brauche ich?“

  2. Innerer Dialog: Stelle dir vor, du sprichst mit deinem inneren Kind: „Ich bin hier, ich halte dich.“

  3. Selbstfürsorge bewusst einplanen: Kleine Dinge, die dir gut tun – ein Spaziergang, ein Tee, Musik, die dich berührt.

  4. Gefühle aussprechen oder aufschreiben: Journaling hilft, nicht in Automatismen zu verfallen und innere Klarheit zu gewinnen.


Das Geschenk, sich selbst zu halten


Wenn du lernst, dich nicht mehr zu verlassen, verändert sich vieles:

  • Du fühlst dich ruhiger und stabiler, auch in schwierigen Zeiten.

  • Dein inneres Kind spürt Sicherheit und Geborgenheit.

  • Du gewinnst mehr Klarheit für Entscheidungen und Beziehungen.


Sich selbst zur Heimat zu machen bedeutet: du bist nicht mehr abhängig von Zustimmung, Liebe oder Sicherheit von außen.

Du bist vollständig – und kannst gleichzeitig gesunde Verbindungen zu anderen leben.



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Teil 5 – Wenn die Seele müde wird

Emotionale Erschöpfung verstehen und heilen


Es gibt Momente, da fühlt sich alles schwer an – dein Herz, dein Kopf, dein Körper.

Du bist müde von Kämpfen, von Erwartungen, von dem Gefühl, immer funktionieren zu müssen. Die Welt verlangt viel, und manchmal gibt es niemanden, der hält.

Dann spürst du: Meine Seele ist müde.

Diese Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Signal deines inneren Systems: „Stopp. Ich brauche Pause. Ich brauche Heilung.“



Warum wir emotional erschöpfen

Oft haben wir früh gelernt, dass wir uns anpassen müssen, um geliebt oder gesehen zu werden. Wir übergehen eigene Bedürfnisse, unterdrücken Gefühle und tragen Verantwortung für alles andere – außer für uns selbst.


Im Alltag summieren sich kleine Überforderungen:

  • zu viele Aufgaben

  • zu wenig Rückzug

  • alte innere Wunden, die noch nicht geheilt sind

Und irgendwann sagt der Körper: Jetzt reicht es. Schlaflosigkeit, Anspannung, Reizbarkeit, innere Leere – alles Warnsignale.


Heilung beginnt mit Erlaubnis

Der erste Schritt ist einfach, aber oft schwer: Erlaube dir, erschöpft zu sein.

  • Du musst nicht alles schaffen.

  • Du musst nicht perfekt funktionieren.

  • Du darfst fühlen, dass es schwer ist.

Wenn du diese Erlaubnis gibst, entspannen sich Körper und Nervensystem.

Die Seele kann auftanken, und alte Verletzungen können sich langsam lösen.



Praktische Schritte gegen Erschöpfung

  1. Rituale für Ruhe schaffen

    • Kurze Atemübungen, Spaziergänge, warme Bäder, Meditation

    • Wichtig: Wiederholung schafft Sicherheit

  2. Gefühle aussprechen oder aufschreiben

    • Journal: Was belastet mich? Was brauche ich?

    • Stimme dem inneren Kind zu: „Ich sehe dich. Es ist okay, müde zu sein.“

  3. Kleine Grenzen setzen

    • „Nein“ zu Aufgaben, die Energie rauben

    • „Ja“ zu Momenten, die dich nähren

  4. Unterstützung suchen

    • Freund:innen, Gruppen oder professionelle Begleitung

    • Heilung geschieht leichter in Verbindung


Die Botschaft der Erschöpfung

Wenn die Seele müde ist, möchte sie uns etwas Wichtiges sagen:

„Du bist nicht ungenügend – du bist überlastet. Du darfst langsam sein.

Du darfst dich halten lassen.Du darfst dich selbst halten.“


Diese Phasen der Erschöpfung sind kein Rückschritt.

Sie sind ein Wendepunkt, eine Einladung, bewusster, sanfter und achtsamer mit dir selbst zu werden.



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Teil 6 – Loslassen lernen

Zwischen Abschied und Neubeginn

Loslassen gehört zu den schwersten, aber zugleich heilsamsten Lektionen im Leben. Wir halten an Menschen, Situationen oder Gewohnheiten fest, weil sie uns vertraut sind – selbst wenn sie uns nicht mehr nähren. Doch das Festhalten kostet Energie, blockiert Wachstum und verhindert, dass Neues in unser Leben treten kann.


Warum Loslassen so schwer fällt

Loslassen ist nicht einfach ein Akt des Willens.

Es berührt unsere tiefsten Ängste:

  • die Angst vor Verlust

  • die Angst vor Unsicherheit

  • die Angst, alleine oder ungeschützt zu sein


Oft denken wir: „Wenn ich loslasse, verliere ich mich.“ Doch in Wahrheit verliert man nur das, was nicht mehr dient – und macht Raum für das, was wirklich zu uns gehört.



Die Trauer zulassen

Loslassen beginnt mit Trauer. Wir trauern nicht nur um Menschen oder Situationen, sondern auch um alte Rollen, Glaubenssätze oder ein Bild von uns selbst.

Die Trauer ist ein Signal der Seele:

Das Alte darf gehen, damit Neues entstehen kann.

Wenn wir sie ignorieren oder unterdrücken, bleiben wir in Schmerz und Blockade gefangen.


Impulse zur Trauerarbeit:

  • Schreibe auf, wofür du dankbar bist und was du gehen lassen willst

  • Lass Tränen zu – sie reinigen das Herz

  • Sprich mit einem vertrauten Menschen über deinen Abschied


Vertrauen entwickeln

Loslassen gelingt leichter, wenn wir dem Prozess des Lebens vertrauen.

Vertrauen bedeutet nicht, alles zu wissen oder zu kontrollieren.

Vertrauen bedeutet, dass du erkennst:

Es kommt genau das in mein Leben, was ich jetzt brauche.


Dieses Vertrauen entsteht durch:

  • bewusste Achtsamkeit

  • kleine Rituale, die dir Sicherheit geben

  • sanfte Selbstfürsorge


Praktische Übungen zum Loslassen

  1. Symbolischer Abschied: Schreibe alles auf, was du loslassen willst, und verbrenne oder entsorge es bewusst.

  2. Visualisierung: Stelle dir vor, wie du das Alte in einen Fluss gibst oder wie Blätter im Wind davongetragen werden.

  3. Selbstreflexion: Frage dich: „Was hält mich fest? Was möchte ich wirklich in meinem Leben?“

  4. Kleine Schritte: Du musst nicht alles auf einmal loslassen – ein Schritt nach dem anderen ist genug.


Der Raum zwischen Abschied und Neubeginn

Der Moment, in dem das Alte gegangen ist, aber das Neue noch nicht greifbar ist, kann sich leer und unsicher anfühlen.

Doch genau dieser Zwischenraum ist heilig.

Hier entsteht die Möglichkeit, dich selbst neu zu entdecken, neue Perspektiven zu sehen und innerlich zu wachsen.

Loslassen ist kein Verlust – es ist ein Akt der Befreiung. Es schafft Platz für Heilung, Liebe und die Person, die du wirklich sein willst.




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Teil 7 – Heilung geschieht in Beziehung


Warum wir diesen Weg nicht alleine gehen müssen

Heilung ist eine zutiefst persönliche Reise – und gleichzeitig eine, die in Verbindung zu anderen Menschen besonders kraftvoll wird.

Auch wenn wir viel alleine reflektieren und verarbeiten können, ist es oft die Begegnung mit anderen, die uns wirklich trägt.


Warum Verbindung so wichtig ist

Als soziale Wesen sind wir auf Beziehung angewiesen. Schon in der Kindheit prägen uns Bindungen: Vertrauen, Nähe, Unterstützung – oder deren Fehlen.

Wenn alte Verletzungen noch bestehen, neigen wir dazu, uns zurückzuziehen oder Schutzmauern aufzubauen.


Doch genau diese Mauern verhindern, dass Heilung in ihrer vollen Tiefe stattfinden kann.

Verbindung – sei es zu Freund:innen, Familie oder Begleiter:innen – gibt uns:

  • Spiegelung unserer Gefühle

  • Bestätigung unserer Erfahrungen

  • Sicherheit, dass wir gehalten werden


Beziehung als Heilraum

Wenn wir in einer Beziehung gesehen und gehalten werden, kann sich unser inneres Kind öffnen.

Dieses Kind spürt: Ich bin nicht allein. Ich darf sein. Ich bin wertvoll.

Heilung in Beziehung bedeutet nicht, dass jemand deine Wunden „reparieren“ muss.

Es bedeutet:

  • jemand hört wirklich zu

  • jemand akzeptiert dich, wie du bist

  • jemand hält Raum für deine Emotionen

Diese Erfahrungen wirken tief und verändern langfristig, wie wir uns selbst und anderen gegenüber fühlen.


Praktische Impulse

  1. Suche gezielt Verbundenheit:

    • Spreche mit einem Freund, der zuhört, ohne zu urteilen

    • Nimm an Gruppen oder Workshops teil, die emotionale Unterstützung bieten

  2. Kommuniziere klar über Bedürfnisse:

    • Teile, was du gerade brauchst – Nähe, Raum, ein Gespräch

    • Übe, „Nein“ zu sagen, wenn etwas zu viel ist

  3. Professionelle Begleitung:

    • Coaching, Therapie oder Begleitung bei inneren Kind-Arbeiten kann die Heilung tiefgreifend unterstützen

  4. Achte auf kleine Momente der Verbindung:

    • Ein Lächeln, eine Umarmung, ein gemeinsames Erlebnis – sie stärken dein inneres System


Die Botschaft der Beziehung

Heilung ist kein einsamer Weg. Wir müssen nicht alles alleine schaffen.

Manchmal reicht eine Hand, die uns hält, ein Ohr, das uns zuhört, oder ein Herz, das uns versteht, um unser inneres Gleichgewicht wiederzufinden.

Wenn wir Beziehungen bewusst als Heilraum nutzen, entsteht tiefe innere Sicherheit, die uns befähigt, unsere eigenen Schritte im Leben mutig zu gehen.



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Teil 8 – Sich selbst zur Heimat machen

Ein neuer innerer Anfang

Am Ende einer Reise durch Resilienz, inneres Kind, Trauer und Loslassen stehen wir wieder bei uns selbst – diesmal bewusst, liebevoll und achtsam.

Sich selbst zur Heimat zu machen bedeutet:

du bist der sichere Hafen in deinem eigenen Leben.

Du bist nicht mehr nur ein Kind, das Schutz sucht.

Du bist der Erwachsene, der dieses Kind hält, tröstet und begleitet.


Warum innere Heimat so wichtig ist

Viel zu lange haben wir unsere Stabilität von außen gesucht – von Partner:innen, Freund:innen, Erfolgen oder Sicherheit im Beruf.

Doch wahre innere Sicherheit entsteht nur von innen.


Wenn du lernst, dich selbst zu halten, fühlst du:

  • Ruhe, selbst in stürmischen Zeiten

  • Klarheit, wenn Entscheidungen schwerfallen

  • Geborgenheit, auch wenn niemand sonst da ist

Diese innere Heimat wirkt wie ein Magnet:

Sie zieht Menschen, Möglichkeiten und Wege an, die dich wirklich nähren.



Die innere Reise abschließen

Sich selbst zur Heimat zu machen bedeutet nicht, dass alles perfekt sein muss.

Es bedeutet:

  • Annehmen: Dich selbst in allen Facetten wahrnehmen – auch die wunden Stellen

  • Halten: Deine Gefühle spüren, ohne sie zu verdrängen

  • Begleiten: Dein inneres Kind liebevoll umsorgen

  • Vertrauen: Dem Leben und deinen eigenen Fähigkeiten vertrauen

Jeder Moment, in dem du dich selbst siehst, dich tröstest oder deinen eigenen Bedürfnissen folgst, baut dieses sichere Fundament.


Praktische Impulse für deinen Alltag

  1. Innere Rituale:

    • Jeden Morgen oder Abend bewusst innehalten, tief atmen, kurz nach innen hören

  2. Tägliche Selbstzuwendung:

    • Kleine Gesten, die dich nähren: Tee, Musik, Spaziergang, Schreiben

  3. Reflexion:

    • Frage dich: Wie fühle ich mich gerade? Was brauche ich wirklich?

    • Beantworte die Fragen liebevoll, ohne Druck

  4. Visualisierung:

    • Stell dir einen sicheren Ort in dir vor, an dem du jederzeit Zuflucht findest

    • Dein inneres Kind darf dort jederzeit ankommen


Der neue Anfang

Sich selbst zur Heimat zu machen ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Doch jedes Mal, wenn du dich selbst hältst, wächst dein Vertrauen in dich selbst und in dein Leben.

Du bist nicht mehr abhängig von äußeren Umständen.

Du bist stabil, lebendig, verbunden – mit dir und mit der Welt.

Und vielleicht spürst du jetzt: die Reise war wertvoll.



 
 
 

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