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Das innere Kind

Ein Begriff, der in aller Munde ist. Ich möchte jetzt nicht ausführlich über das innere Kind schreiben, sondern mich einem sehr wichtigen Aspekt widmen - nämlich der Überlebensstrategie eines jeden Menschen. Was ist das?

Image by Artur Aldyrkhanov

Ich habe mich viel mit der Gehirnforschung beschäftigt, um zu verstehen, wie Menschen ticken. Es war sehr interessant und ich liebe es, wenn ich Aha-Momente erlebe. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum es einem Menschen so schwer fällt, eine Verhaltensweise zu ändern, die dem Menschen gut tut. Der mensch ist sich dessen bewusst und ärgert sich darüber, aber tut es immer wieder. Ich habe in der Gehirnforschung die Antwort gefunden und auch eine Lösung.

Überlebensstrategien haben sehr viel mit dem inneren Kind zu tun

Ich verstehe unter Überlebensstrategien eine ganz bestimmte Strategie mit der ich auf unterschiedliche  Situationen reagiere. Ich verwende hier ein paar Beispiele, um zu verdeutlichen, welche unterschiedlichen Strategien Menschen anwenden, um in ihrem Gleichgewicht zu bleiben. Eine Strategie ist eine Lösung, die ich als Kind gefunden habe, um mir die Liebe meiner Eltern zu sichern . Diese Liebe habe ich zum Überleben gebraucht. Wir greifen immer automatisch und unbewusst auf diese Strategie zurück, weil sie sehr stark abgespeichert ist. Sie ist im Gehirn so vernetzt, dass wir fast keine Chance haben sie zu verändern. Ohne in große Not zu kommen.......

Diese Beispiele stammen aus meiner langjährigen Berufserfahrung:

Mädchen mit Brot

Ich möchte es allen recht machen

Ich bin in einer großen Familie groß geworden. Ich hatte viele Geschwister und habe meine Mutter oft als überfordert und traurig erlebt. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich allen helfe und die Anderen zufrieden sind, geht es mir auch besser. Ich bekomme dann Anerkennung und Aufmerksamkeit. Als Erwachsene ärgere ich mich, dass ich immer versuche, es Allen recht zu machen, obwohl es mir nicht mehr gut tut.

Image by Rodolfo Sanches Carvalho

Und jetzt erst recht nicht

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der es Gewalt gab. Mein Vater hat getrunken und wenn er betrunken war, hat er mich und meine Schwester geschlagen. Wenn er etwas bestimmtes von mir verlangt hat, habe ich es einfach nicht getan. Ich habe Probleme, etwas zu tun, was man von mir erwartet. Mein Trotz hat mir geholfen, mich zu schützen und meinen eigenen Weg zu gehen. Als Erwachsene komme ich schlecht mit Vorgesetzten klar, weil mein Trotz mir immer in die Quere kommt.

Image by Ben White

Ich übernehme ganz viel Verantwortung

Meine Mutter war selbst sehr bedürftig, als ich klein war. Sie forderte sehr viel Aufmerksamkeit und ich musste sehr viel für Sie tun. Die Rollen waren vertauscht und ich sorgte für sie. Das war für mich nichts besonderes. Ich kannte es ja nicht anders. Aber als Erwachsene übernehme ich bei der Arbeit und in der Familie viel zu viel Verantwortung und überfordere mich oft. Ich mache es ganz automatisch und ärgere mich oft über mich selbst.

Welche Strategie benutzt du, um dich im Gleichgewicht zu fühlen?

Ist es eine gute Strategie, die deine Bedürfnisse berücksichtigt?

Image by Daniela Beleva

Und wie kann ich eine Strategie ändern, wenn Sie unbewusst ist?

Die gute Lösung ist Selbstliebe und Selbstfürsorge. Meiner Erfahrung nach, ist es die einzig nachhaltige Lösung. Umdenken und überprüfen, ob es eine Entscheidung ist, die du in Liebe zu dir triffst? Ob du dir gegenüber würdevoll und respektvoll handelst? Eine sichere Bindung zu sich selbst aufbauen, kann man jederzeit noch lernen. Eine liebevolle Beziehung zu sich leben - damit kann man jeden Tag anfangen. Und da diese Veränderungen gute Emotionen auslösen, werden im Gehirn neue, wertvolle Verknüpfungen und Vernetzungen angelegt. So kannst du deine alte Strategie modellieren und in eine gesunde Strategie verwandeln.

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